Keine Hefe? Hier kommt die Lösung
Hallo 🙂
ich liebe backen – das hast Du sicher schon erraten, wenn Du dich hier ein wenig umgeschaut hast. Aber aktuell habe ich das gleiche Problem, wie Du sicher auch: Die Hefe ist ausverkauft!
Wo versteckt sich die Hefe?
Gute Frage! Wahrscheinlich werden damit die Klopapierhamster ernährt, oder der gemeine Mitarbeiter im Supermarkt bunkert sie, um sie später für Wucherpreise bei Ebay zu verhökern.
ACHTUNG: Das ist natürlich Spaß! 😉 ich arbeite selbst im Einzelhandel und darf mir genau das regelmäßig anhören. Zwar verkaufe ich keine Hefe, aber bei Werbeware wird gerne genau das unterstellt.
Der deutsche Verband der Hefeindustrie e.V. (ja, gibt es tatsächlich) beruhigte aber vor einigen Tagen: es gibt ausreichend Hefe.
Die bekommt nur nicht jeder, wenn einige wenige gleich das ganze Regal leerräumen…
Was mache ich nun ohne Hefe?
entweder Du gehst einen Kompromiss ein und backst dein Brot mit Backpulver, oder du musst kreativ werden.
Hast Du gar keine Hefe mehr im Haus? Dann musst du im Vorratsschrank schauen, ob du für die beiden folgenden Möglichkeiten alle Zutaten im Haus hast.
- Möglichkeit 1:
100ml Bier mit 1TL Zucker und 1EL Mehl vermischen, über Nacht gehen lassen und am nächsten Tag verarbeiten. Die Menge ersetzt einen Würfel Hefe oder 2 Tüten Trockenhefe. - Möglichkeit 2:
500ml Wasser, 2 EL Rohrzucker und 2-3 getrocknet (ungeschwefelte!) Datteln in ein Schraubglas geben, schütteln bis sich der Zucker gelöst hat und 8 Tage reifen lassen.
Wichtig ist dabei, das Glas morgens und abends zu entlüften und anschließend zu schütteln. Auch muss das Glas warm stehen (22-25°, nicht auf der Heizung, nicht in der Sonne).
Das so gezüchtete Hefewasser ersetzt die Flüssigkeitsmenge und die Hefe im Teig.
Wenn Du noch Hefe im Haus hast, kannst du daraus weitere Hefe züchten:
- Möglichkeit 3:
einen halben Würfel Hefe/ eine Tüte Trockenhefe mit 100ml Wasser, 15g Zucker und 100g Mehl (kein Vollkorn) verrühren und so lange gehen lassen, bis sich das Volumen verdoppelt hat.
Anschließend kannst du eine kleine Menge davon verarbeiten und den Rest…
– entweder in Eiswürfelform füllen und einfrieren
– oder die Hefemasse auf Backpapier dünn ausstreichen und trocknen lassen. Aufbewahren kannst Du sie in einem luftdichten Schraubglas.
Funktioniert die selbstgemachte Hefe denn genauso?
Jein. Dein Teig wird aufgehen, er braucht nur deutlich mehr Zeit. Auch nutze ich viel öfter nun einen Vorteig, der gemeinsam mit dem Brot über Nacht gehen kann.
In Zeiten von Corona sind wir ohnehin Zwangs-entschleunigt, viele von uns sind aktuell nicht bei der Arbeit und unsere Kontakte sollen wir auf ein Minimum reduzieren.
Wenn nicht jetzt, wann haben wir dann so viel Zeit, um leckeres Brot zuzubereiten? 😉
Ich wünsche Dir viel Spaß beim experimentieren, welche Variante für Dich die beste ist.